Pflege wird plötzlich gebraucht? Wir zeigen Ihnenheute den nächsten Schritt.
Ihre Mutter ist nach einem Sturz pflegebedürftig. Oder der Vater kommt aus dem Krankenhaus, aber zuhause geht es allein nicht mehr. Das war gestern noch nicht so. Heute muss plötzlich einiges organisiert werden. Niemand hat Ihnen vorher ein Handbuch dazu gegeben.
Sie müssen das nicht in der nächsten Stunde lösen. Aber ein paar Dinge helfen, wenn sie heute passieren. Geben Sie unten Ihre Postleitzahl ein, wenn Sie direkt einen Pflegedienst in Ihrer Nähe suchen. Wenn Sie vorher Orientierung wollen, lesen Sie die nächsten Abschnitte in Ruhe.
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Ist es gerade ein Notfall?
Wenn jemand bewusstlos ist, starke Brustschmerzen hat, nicht mehr sprechen kann, gestürzt ist und sich nicht bewegt oder wenn akute Lebensgefahr besteht, wählen Sie jetzt die 112. Alles andere kann warten. Diese Seite hilft Ihnen danach weiter, wenn Pflege organisiert werden muss.
Die meisten Entscheidungen wirken gerade größer, als sie sind. Das kommt von der Situation, nicht von der Aufgabe. Drei Blöcke reichen für die ersten zwei Tage.
Heute
Grundversorgung sichern
Wer bleibt bei der betroffenen Person, bis jemand dauerhaft einspringen kann?
Medikamente, Essen und Trinken für die nächsten 24 Stunden organisieren.
Arbeitgeber kurz informieren. Sie haben Anspruch auf bis zu zehn Arbeitstage bezahlte Auszeit (Pflegeunterstützungsgeld nach § 44a SGB XI).
Morgen
Pflegekasse anrufen, Antrag anschieben
Die Pflegekasse der betroffenen Person anrufen (Nummer steht auf der Gesundheitskarte). Ein Anruf reicht, um den Pflegegrad-Antrag zu starten.
Falls der Hausarzt erreichbar ist, eine Verordnung für häusliche Krankenpflege erfragen.
Prüfen, ob eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung existiert.
Innerhalb 48 Stunden
Pflegedienst anfragen
Zwei bis drei Pflegedienste in der Region kontaktieren, Kapazitäten erfragen, Starttermin und Leistungen vergleichen.
Falls zuhause kurzfristig nicht möglich: Kurzzeitpflegeplatz in der Region suchen.
Hilfsmittel (Rollator, Pflegebett, Toilettenstuhl) über den Hausarzt verordnen lassen.
Diese Woche
Rechte, Anträge, Entlastung Das sollten Sie wissen.
Die meisten Angehörigen wissen nicht, was ihnen gesetzlich zusteht. Diese drei Punkte nehmen akut Druck raus.
Pflegeunterstützungsgeld
Bis zu zehn Arbeitstage bezahlte Freistellung, um Pflege zu organisieren. Grundlage ist § 44a SGB XI. Sie melden sich bei der Pflegekasse des Angehörigen, nicht bei Ihrem Arbeitgeber. Die Leistung wird einmal pro Pflegefall gewährt.
Bei akutem Bedarf begutachtet der Medizinische Dienst innerhalb einer Woche. Die Pflegekasse zahlt rückwirkend ab dem Tag des Antrags, nicht ab dem Tag des Bescheids. Sie verlieren also keine Zeit, wenn Sie heute anrufen.
Wenn Sie länger begleiten müssen, können Sie bis zu sechs Monate ganz oder teilweise aus dem Beruf aussteigen. Es gibt zinsloses Darlehen vom Bundesamt für Familie. Ihr Arbeitsplatz ist geschützt.
Anbieter in Ihrer Region innerhalb weniger Minuten.
Sagen Sie uns, wo Sie wohnen und welche Pflege Sie brauchen. Sie bekommen eine Liste passender Pflegedienste in Ihrer Region. Kostenlos, ohne Anmeldung. Welcher Anbieter am Ende zu Ihnen passt, entscheiden Sie.
Wir bevorzugen keinen Anbieter. Ihre Daten gehen nur an Pflegedienste, die Sie selbst auswählen.
Kosten
Was zahlt die Kasse und was bleibt bei Ihnen?
Die Pflegeversicherung übernimmt einen großen Teil, aber nicht alles. Womit Sie in der akuten Phase rechnen können:
Pflegegeld bei Pflege durch Angehörige
347 € bis 990 € pro Monat, je nach Pflegegrad (2026)
Pflegesachleistung für ambulante Pflegedienste
796 € bis 2.299 € pro Monat, je nach Pflegegrad (2026)
Entlastungsbetrag (zweckgebunden)
131 € pro Monat ab Pflegegrad 1 (§ 45b SGB XI)
Kurzzeitpflege
Bis 1.854 € pro Jahr (§ 42 SGB XI), Aufstockung über ungenutzte Verhinderungspflege möglich
Wenn Eigenanteile die Belastungsgrenze übersteigen, prüft das Sozialamt „Hilfe zur Pflege" nach SGB XII. Wer das prüft, hängt vom Wohnort der pflegebedürftigen Person ab.
Vielleicht erkennen Sie sich in einer dieser Lagen wieder.
Nach einem Schlaganfall
Halbseitenlähmung, Sprachprobleme, oft eine längere Reha danach. Der Versorgungsbedarf ist anfangs hoch, kann aber im Verlauf stark abnehmen. Häufig sinnvoll: ambulanter Pflegedienst mit Behandlungspflege, kombiniert mit Physio und Logopädie.
Nach einem Sturz mit Fraktur
Meist Oberschenkelhals- oder Beckenbruch. Kurzzeitpflege über 4 bis 6 Wochen ist oft der beste Weg, wenn zuhause noch nichts barrierefrei ist. Danach ambulante Pflege plus Hilfsmittel (Toilettensitz, Dusche, Pflegebett) einrichten.
Wenn der Sozialdienst schon angerufen hat oder das Entlassdatum feststeht, ist die Zeit knapp. Auf unserer Seite zu diesem Fall finden Sie einen 48-Stunden-Plan und eine Checkliste zum Ausdrucken.
Die ersten Monate sind schwer einzuschätzen, weil gute und schlechte Tage wechseln. Entlastungsbetrag (131 €/Monat) und Tagespflege helfen früh, bevor der Stress zu groß wird. Verhinderungspflege nicht vergessen.
Wenn es zu viel wird
Pflege allein zu tragen ist nicht vorgesehen.
Es gibt einen Punkt, an dem niemand mehr alles alleine schafft. Das ist kein Scheitern, das ist Arithmetik. Pflege zuhause dauert, und Sie haben einen Beruf, eine Familie, einen Haushalt. Wenn Sie gerade dort stehen: Verhinderungspflege, Tagespflege und Kurzzeitpflege sind genau dafür gemacht. Die Pflegekasse zahlt sie mit.
Entlastungsangebote, die Sie direkt nutzen können:
Verhinderungspflege bis 1.685 € pro Jahr, wenn die Hauptpflegeperson ausfällt (§ 39 SGB XI)
Tagespflege in einer Einrichtung mit Bringdienst, PG 2 bis 5
Entlastungsbetrag 131 € pro Monat für Alltagshilfen, Haushalt, Begleitung
Pflegekurse für Angehörige über die Pflegekasse, kostenlos
Eine Pflegeberaterin oder ein Pflegeberater Ihrer Kasse kommt auf Wunsch kostenlos zu Ihnen nach Hause (§ 7a SGB XI). Das ist keine Werbe-Beratung. Sie müssen nichts abschließen.
Zum Ausdrucken
Akut-Plan als PDF
Lassen Sie sich den 48-Stunden-Plan per E-Mail schicken, mit Platz für Telefonnummern, Termine und Notizen. Eine einmalige Transaktions-Mail. Keine Newsletter-Anmeldung.
Häufige Fragen
Was Angehörige uns oft fragen.
Warum PflegeNah
Neutral, kostenlos und ohne Provisions-Druck.
PflegeNah ist ein unabhängiges Verzeichnis für Pflegedienste in Deutschland. Für Suchende kostenlos. Wir bevorzugen keinen Anbieter und tracken nichts Personenbezogenes ohne Zustimmung. Wenn Sie eine Anfrage stellen, gehen Ihre Angaben an Pflegedienste, die Sie selbst auswählen, und an niemanden sonst.
Zugelassene Pflegedienste nach § 72 SGB XI
Kein Ranking nach Provision, keine bezahlten Top-Plätze
Ihre Anfrage wird gleichzeitig an alle qualifizierten Anbieter versendet
Kein Abo, keine Weitergabe an Dritte ohne Zustimmung
Quellen
Die Angaben auf dieser Seite beruhen auf den folgenden offiziellen Quellen:
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